Tintenblau Blog

Um Gockels willen!

24.02.2013
von Alexandra Eichenauer-Knoll

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Der Wiener Christian Suppan ist ein alter Freund von mir aus weit entfernten Studientagen. Er war wie ich lange in einem Unternehmen als Marketingleiter tätig und hat sich vor ungefähr einem Jahr selbständig gemacht. Und zwar mit nichts geringerem als einem eigenen Verlag – dem Ringelspiel-Verlag. Sein erstes Produkt ist die Übersetzung einer in Frankreich höchst erfolgreichen Kinderbuchserie. Und das Besondere daran: es gibt eine Übersetzung ins Österreichische und eine ins Deutsche und außerdem eine äußerst lehrreiche Facebook-Fanseite.

In Frankreich hat die Kinderbuch-Serie “Les P’Tites Poules” (= „Die kleinen Hendln“) von Christian Jolibois und Illustrator Christian Heinrich mit mehr als 1,5 Millionen verkauften Exemplaren bereits eine große und treue Fangemeinde gefunden. Jetzt kommen die Abenteuer der Hühnerkinder Carmen und Carmelito auch zu uns. Das Besondere an den Büchern des neu gegründeten Ringelspiel-Verlags: Es gibt verschiedene Ausgaben für Deutschland und Österreich. „Der vielfältige Reichtum der österreichischen Sprachfärbung macht mir einfach Spaß“, begründet Verleger Christian Suppan seine Vorgangsweise. Außerdem wolle er mit den österreichischen Ausgaben „eine Angebotslücke schließen“. Und so tummeln sich in den spannenden Abenteuern Schmähtandler und Tratschhendln, die gern Pfitschigockerln spielen oder ein Mittagsschlaferl halten und sich manchmal gar über einen nackerten Popsch wundern. Neben verspielten Namensgebungen wie Vivihenn, Adrihenn, Grobihahn oder Dschingis-Hahn finden sich auch Wortspiele wie „Sie picken den ganzen Tag zusammen“. Diese Stelle beschreibt ein frisch verliebtes Pärchen und hört sich in der Deutschland-Ausgabe im Vergleich dazu fast schmähstad an: „Sie sind nicht mehr voneinander zu trennen.“

Carmen und Carmelito auf Facebook

Neben diesen sprachlichen Feinheiten geht es in den handlichen Büchern für Kinder ab 5 Jahren vor allem um wichtige Kinderthemen wie Freundschaft, Selbstbestimmung, erstes Aufbegehren oder Sehnsucht nach einem Geschwisterchen. Für zusätzlichen Gesprächsstoff beim gemeinsamen Lesen sorgen witzig inszenierte Begegnungen mit Figuren wie Christoph Columbus oder Galileo Galilei. Vertiefende historische Informationen und sprachliche Bezüge dazu gibt es übrigens auf www.facebook.com/carmen.carmelito.und.co. Wer also seinen Kindern erklären möchte, was Ausdrücke wie „Quasar“ ,„ Backbord voraus“ oder die Redewendung „das Ei des Columbus“ bedeuten, der wird auf der liebevoll betreuten Seite fündig. Dort kann man auch persönlich mit dem Verleger Kontakt aufnehmen oder einfach einen Kommentar abgeben. Wegen dieser Möglichkeit zum Austausch hat Suppan sich für Facebook als Trägermedium entschieden. „Mir gefällt, dass hier nichts in Marmor gemeißelt ist und ich direkte Rückmeldungen bekommen kann. Wenn zum Beispiel jemand bei den Hintergrund-Infos etwas ergänzen oder verbessern möchte, freue ich mich und kann das sofort und leicht einpflegen.“ Dennoch will Suppan auch Nicht-Mitglieder von Facebook keinesfalls ausschließen und hat die Seite deshalb so eingerichtet, dass dort alles gesehen werden kann, ohne Mitglied zu sein.   

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